23.06.2013 der große Tag: Mein erster Halbmarathon

„21.1km in offizieller 01:47:47h Nettozeit. Pace 05:04 min./km. Bis auf die Seitenstiche zum Ende eine super Erfahrung! Kurz vorm Schluss dachte ich nur „das machst du NIE wieder!!“ – war das geil endlich anzukommen. ich bin immer noch total geflashed!  nächstes Ziel ist dann also unter 01:45h :-D“

  • 23.06.2013 Hella Halbmarathon
    21,1 km – 01:47:54 / pace 05:04 (160. Platz / 54. Platz Altersgruppe WHK)

hella-hamburg-halbmarathonMein erster Halbmarathon. Meine Güte war ich aufgeregt! Schon Tage vorher konnte ich kaum einschlafen. Am Abend vorher gab es traditionsgemäß Leber. Dazu ordentlich Nudeln. Jedermann redet ja von Pasta-Party. Würde ich allerdings nicht wieder machen – der Weizen stopft mich zu und bläht mich auf. Es gibt auch andere Kohlenhydrat-Alternativen.

Früh auf und gegen 7h los nach Hamburg, gemeinsam mit den Kieler Kollegen. Mit den Lübeckern waren wir gegen halb 9h in der Nähe der Shuttlestation verabredet. Glücklicherweise war ich nicht die einzige, die so aufgeregt war, obgleich einige Lübecker schon im Vorjahr im Kollegenteam zum Marathon angetreten sind.

Nach der großen Begrüßungsrunde ging es dann los. Ab in den Shuttle und zum Start.  Auf der Bustour wurden schon Zielzeiten diskutiert und gemeinsame Laufteams verabredet. Angekommen auf der Reeperbahn wurde dann fleißig mit Traubenzucker und anderen kleinen Dopingsmitteln gedealt. Auf St.Pauli war schon ordentlich was los. Menschenmassen und Lärm. Das verstärkt natürlich die Aufregung. Bis denn alle nochmal auf der Toilette waren und hin und her, verging die Zeit wie im Fluge.

Bei welcher Zielzeit reiht man sich ein? Wir teilten uns auf. Ich blieb bei den ambitionierten Herren und der Zielzeit 01:45h. unter 01:50h war der Plan, der mir im Kopf schwirrte. Am Start ein Gedrängel, Menschenmassen, Hitze – mein Puls war bestimmt auf 180 und die Zeit verging so langsam. Dann endlich ging es los- Handy fest umklammert und kurz vor Überqueren der Schwelle runtastic aktiviert. Langsam loslaufen und wieder stockte die Menge, bis es sich dann kurz nach Überquerung der Startlinie lichtete. Alter Schwede legten die ein Tempo vor! Ich hatte mir fest vorgenommen, nicht den Fehler zu machen und loszusprinten, wie beim Firmenlauf – allerdings erwies sich das als leerer Vorsatz. Ab hinterher und alle überholen. Rückblickend hatte ich in den ersten Kilometern teils eine Pace von 04:20 min./km.

Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass ich zu schnell unterwegs war – erst 5km geschafft. Den Kollegen mit dem ich eigentlich laufen wollte, hatte ich weit zurückgelassen und die beiden, denen ich hinterher gerannt bin, musste ich ziehen lassen, um mein eigenes Tempo zu finden. Es lief sich dann ganz gut. Ab dem 8km merkte ich, dass ich vor dem Start doch besser nochmal eine Toilette aufgesucht hätte. Unterwegs immer wieder Dixies, die teils auch genutzt wurden und am Rand stehende Männer. Anhalten wollte ich nicht – kostbare Zeit, das hälst Du aus, dachte ich mir… Pustekuchen. Wenige km später kam eine Schleife und ich sah, dass meine beiden führenden Kollegen gar nicht soo weit vor mir waren. Neuer Ansporn! Als ich dann auf dem zweiten Schlenker war, sah ich auch die, die mir auf den Fersen waren – welch Freude, bekannte Gesichter zu sehen! Im Nachhinein sagten sie, ich hätte noch ganz fit ausgesehen…

Hella-HM-HH

Es folgten Seitenstiche. Ob nun von dem Halten des Blasendrucks oder von dem überspitzten Start – es war sehr unangenehm und hinderte mich am weiterlaufen. 16km und ich musste eine Laufpause einlegen und kurz gehen. Ich entschloss mich, doch kurz ins Gebüsch zu springen. Leider erleichterte mich das nicht um die andauernden und gefühlt schlimmer werdenden Seitenstiche. Es folgten immer mal Gehpausen und Versuche weiter zu laufen. Arme hoch… Ich hab mich sehr geärgert, aber es ließ sich ja nunmal nicht ändern.

Die Gedanken „Was hast Du Dir da bloß angetan? WIeso machst Du das eigentlich, was hast Du Dir dabei gedacht? Das machst Du NIE wieder“ waren sehr präsent. Ich habe auch kurz daran gedacht, abzubrechen, aber das kam definitiv nicht in Frage. Irgendwann ging´s dann auch etwas besser und ich konnte die letzten Zielmeter schon fast riechen. Bei km18 wurden die Waden leicht hart. Beim 20km gab es einen Torbogen, der aus der Ferne schon wie ein Ziel aussah – es war echt deprimierend festzustellen, dass noch ein km offen war. Ein km kann sehr lang sein.

Aber als immer mehr Zuschauer an den Seiten auftauchten und teilweise jubelten, vergass man doch fast die zurückgelegten Strapazen und war glücklich, es endlich fast geschafft zu haben. Kurz vorm Ende kam mir ein verrückter Kollege schon aus dem Ziel wieder entgegengelaufen, um mich auf den letzten Metern anzufeuern. Großartig, das macht er wohl immer so – ich hätte ihm allerdings am liebsten den Hals umgedreht, als er mich darauf aufmerksam machte, ich könnte auch mal lächeln 😀

Zielsprint war nicht mehr drin. Angekommen im Ziel war ich lechzend nach Wasser. Kaum reingetorkelt wurde mir leicht schummerig. Wasser. und dann setzen… Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit, bis ich die Stände erreichte. Nach den ersten Schlucken wurde mir flau. Langsam trinken!

Da sah ich dann auch die anderen kurz zuvor eingelaufenen Kollegen und gemeinsam freuten wir uns über unsere Leistung und warteten auf weitere Ankömmlige. Die Stimmung war wirklich großartig!

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3 Gedanken zu “23.06.2013 der große Tag: Mein erster Halbmarathon

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